Die wienerische Sitte, Walzer nach Ballfesten, und Ballfeste nach Walzern zu benennen, geht auf Lanner, Strauss (Vater) und ihre Zeitgenossen zurück. Strauss (Sohn) hat diese Praxis zu einer Kunst erhoben, für Lehár wurde sie eine willkommene Popularitäts- und Einnahmequelle. Als Fürstin Pauline Metternich nach einer «Weißen» und einer «Rotweißen» für den Fasching 1902 eine «Gold und Silber»-Redoute plante, frischte sie den alten Brauch auf. Sie beauftragte damit den jungen Kapellmeister der « 26er», Franz Lehár. Am Donnerstag, dem 27. Jänner 1902 fand nun die Redoute statt. Der Tradition gemäß wurde der Namenswalzer immer zuerst als Konzertstück, mit Introduktion und Coda gespielt. Wenn der dirigierende Komponist den Applaus entgegengenommen und der Erzherzog mit der Fürstin die Ehrenrunde absolviert hatte, begann der allgemeine Tanz. Bei der «Gold und Silber»-Redoute kam es anders. «Kaum erklang das erste Thema, als auch schon die Menschen drauflosplapperten, lachten und tanzten. Am Schluss gab es vereinzeltes Händeklatschen – man verlangte eine Wiederholung – und das war alles». Dass aus der Schlappe des Abends ein Welterfolg werden würde, konnte niemand ahnen. Am wenigsten der Komponist selbst. Er schuf damit aber symbolisch und musikalisch den Übergang von der goldenen zur silbernen Zeit der Operette. Text: Gerhard Menhard
Freitag, 01. Mai 201511.00 Uhr Wien ⁄ Musikverein ⁄ Großer Saal
Konzert zum Staatsfeiertag im Goldenen Saal
Alfred Eschwé Dirigent Anita Götz Sopran
Programm Johann Strauss (Sohn) : Ouvertüre zur Operette «Indigo und die vierzig Räuber» Gaetano Donizetti : Arie der Norina «So anch'io la virtú», aus der Oper «Don Pasquale» Josef Strauss : Künstler-Gruss / Polka française op. 274 Josef Strauss : Jokey-Polka / Polka schnell op. 278 Josef Strauss : Delirien / Walzer op. 212 Johann Strauss (Sohn) : «Glücklich ist, wer vergisst!» Polka Mazurka op. 368 Giacomo Puccini : Arie der Lauretta «O mio babbino caro», aus der Oper «Gianni Schicchi» Johann Strauss (Sohn) : Rathhaus-Ball-Tänze / Walzer op. 438 Pause Franz von Suppè : Ouvertüre zur Operette «Pique Dame» Johann Strauss (Sohn) : Arie der Annina «Was mir der Zufall gab» aus der Operette «Eine Nacht in Venedig» Johann Strauss (Sohn) : Freuet euch des Lebens! / Walzer op. 340 Johann Strauss (Sohn) : Kaiser Franz Josef I. Rettungs-Jubel-Marsch op. 126 Johann Strauss (Sohn) : Künstler-Quadrille op. 201 Johann Strauss (Sohn) : Tik-Tak / Polka schnell op. 365 Franz Lehár : «Meine Lippen, sie küssen so heiß», Lied aus der Operette «Giuditta» Franz Lehár : Gold und Silber / Walzer op. 79 Zugabe Johann Strauss (Sohn) : Auf der Jagd / Polka schnell op. 373 Johann Strauss (Vater) : Radetzky-Marsch op. 228
Hinweis: Wenn Sie weitere Fragen rund um unsere Musikvereins-Konzerte haben, besuchen Sie bitte den FAQ-Bereich unserer Webseite. «Orchester-Diner Johann Strauss» Genießen Sie nach dem Konzert das exklusive «Orchester-Diner Johann Strauss» im Hotel Imperial. Weitere Informationen zu diesem Angebot finden Sie HIER Wissenschaftliche Kooperation: Teile des Programmes entstanden in Kooperation mit dem Zentrum für Zeitgenössische Musik der Donau-Universität Krems und der Sammlung Mailer / Strauss-Archiv.
Wien ⁄ Musikverein ⁄ Großer Saal Musikvereinsplatz 1 1010 Wien Österreich Webseite Saal Information Anreise Information Ort auf Karte anzeigen
Dieses Konzert wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von:
Gesellschaft der Musikfreunde Wien
Wien Kultur
Thomastik Infeld Wien
Hotel Imperial Wien
Medienpartner:
Sammlung Mailer / Strauss Archiv
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