Am 5. April 1874 wurde im Theater an der Wien Johann Strauss’ Operette Die Fledermaus uraufgeführt. In allzu schauriger Erinnerung waren der Wiener Bevölkerung zu dieser Zeit noch der Börsenkrach vom 9. Mai 1873 und das gigantische Defizit von 19 Millionen Gulden der Wiener Weltausstellung, die in demselben Jahr stattgefunden hatte. Viele Menschen mochten daher einer Lebenseinstellung, wie sie in Alfreds Trinklied im ersten Finale der Operette Die Fledermaus mit den Worten „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“ besungen wird — also sich weder um die Vergangenheit noch um die Zukunft zu kümmern, sondern ganz allein dem Augenblick zu leben – durchaus positive Aspekte abgewonnen haben. Ähnlich beschreibt der spanische Schriftsteller Baltasar Gracián y Morales in seinem Oracolo manual schon im Jahr 1674, zweihundert Jahre früher, dieselbe Lebenseinstellung. Graciáns Werk dürfte dem Wiener Bildungsbürgertum nicht unbekannt gewesen sein, lag es doch seit 1862 in einer neuen Übertragung des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer vor. Die Polka Mazurka „Glücklich ist, wer vergisst!“ ist eines von sechs Tanzmusikarrangements nach Melodien der Operette Die Fledermaus. Das Erscheinen der Klavierausgabe wurde am 11. Oktober 1874 im Morgenblatt der „Tages-Presse“ mit dem Hinweis angekündigt, dass die Polka Mazurka „bereits von den Productionen der Capelle des Herrn Eduard Strauß bestens bekannt“ sei, mit anderen Worten, die erste Aufführung muss schon zu einem f rüheren Zeitpunkt stattgefunden haben, wohl in Wien im Sommer oder Herbst 1874.
Freitag, 01. Mai 201511.00 Uhr Wien ⁄ Musikverein ⁄ Großer Saal
Konzert zum Staatsfeiertag im Goldenen Saal
Alfred Eschwé Dirigent Anita Götz Sopran
Programm Johann Strauss (Sohn) : Ouvertüre zur Operette «Indigo und die vierzig Räuber» Gaetano Donizetti : Arie der Norina «So anch'io la virtú», aus der Oper «Don Pasquale» Josef Strauss : Künstler-Gruss / Polka française op. 274 Josef Strauss : Jokey-Polka / Polka schnell op. 278 Josef Strauss : Delirien / Walzer op. 212 Johann Strauss (Sohn) : «Glücklich ist, wer vergisst!» Polka Mazurka op. 368 Giacomo Puccini : Arie der Lauretta «O mio babbino caro», aus der Oper «Gianni Schicchi» Johann Strauss (Sohn) : Rathhaus-Ball-Tänze / Walzer op. 438 Pause Franz von Suppè : Ouvertüre zur Operette «Pique Dame» Johann Strauss (Sohn) : Arie der Annina «Was mir der Zufall gab» aus der Operette «Eine Nacht in Venedig» Johann Strauss (Sohn) : Freuet euch des Lebens! / Walzer op. 340 Johann Strauss (Sohn) : Kaiser Franz Josef I. Rettungs-Jubel-Marsch op. 126 Johann Strauss (Sohn) : Künstler-Quadrille op. 201 Johann Strauss (Sohn) : Tik-Tak / Polka schnell op. 365 Franz Lehár : «Meine Lippen, sie küssen so heiß», Lied aus der Operette «Giuditta» Franz Lehár : Gold und Silber / Walzer op. 79 Zugabe Johann Strauss (Sohn) : Auf der Jagd / Polka schnell op. 373 Johann Strauss (Vater) : Radetzky-Marsch op. 228
Hinweis: Wenn Sie weitere Fragen rund um unsere Musikvereins-Konzerte haben, besuchen Sie bitte den FAQ-Bereich unserer Webseite. «Orchester-Diner Johann Strauss» Genießen Sie nach dem Konzert das exklusive «Orchester-Diner Johann Strauss» im Hotel Imperial. Weitere Informationen zu diesem Angebot finden Sie HIER Wissenschaftliche Kooperation: Teile des Programmes entstanden in Kooperation mit dem Zentrum für Zeitgenössische Musik der Donau-Universität Krems und der Sammlung Mailer / Strauss-Archiv.
Wien ⁄ Musikverein ⁄ Großer Saal Musikvereinsplatz 1 1010 Wien Österreich Webseite Saal Information Anreise Information Ort auf Karte anzeigen
Dieses Konzert wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von:
Gesellschaft der Musikfreunde Wien
Wien Kultur
Thomastik Infeld Wien
Hotel Imperial Wien
Medienpartner:
Sammlung Mailer / Strauss Archiv
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