Im Fasching 1847 gelang es dem 21jährigen Johann Strauss (Sohn), einen eherenvollen zweiten Platz hinter seinem Vater in der Gunst des Wiener Publikums und der Ballveranstalter zu erreichen. Dies war ihm vor allem dadurch gelungen, dass er sich als Kapellmeister der Jugend profilieren konnte, der allem Neuen aufgeschlossen und überhaupt «bei jeder Hetz‘ dabei» war. Wo er aufspielte, tanzte man nach der neuesten Mode; auch das damals schon recht traditionsbewusste Etablissement Dommyer in Hietzing machte da keine Ausnahme. Dort produzierte der junge Strauss beispielsweise eine «Hopser-Polka», und wer als fesch gelten wollte, setzte sich eben in einen Fiaker, fuhr nach Hietzing und hopste bei Dommayer mit. Nun war im Herbst 1848 eine Sensationsnachricht in den Wiener zeitungen aufgetaucht: Alle Journale berichteten von einer «explodierenden Baumwolle», die nunmehr an die Stelle des Schießpulvers treten und das tägliche Leben der Menschen «explosiv» gestalten werde. «Explosiv» wurde das Modewort der jungen Welt, wurde aber auch das Motto so mancher Veranstaltung im Carneval 1847. Mitte Februar meldete die Zeitung «Der Wanderer»: «Zeitgeistliches Fortschreiten. Strauss (Sohn) wird noch in diesem Fasching eine explodierende Baumwoll-Polka loslassen. Wir wünschen, dass sie einschlägt!» Nun – dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die «explodierende Polka» hatte bei Dommayer in Hietzing und auch in allen anderen Alt-Wiener Etablissements, in denen Strauss (Sohn) aufspielte, einen «explosiven» Erfolg.
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